Herstellung von Apfelwein

Apfelwein stammt ursprünglich aus Hessen und ist dort bereits seit dem 16. Jahrhundert fast schon ein Nationalgetränk. Für die ursprüngliche Herstellung wurden die Äpfel von Hand zerstoßen und in einen größeren Trog gegeben. Später übernahmen Mahlsteine diese Arbeit, die entweder durch Menschenhand oder aber auch durch Pferde angetrieben wurden. In jedem Fall durfte man bei der Zerkleinerung die Äpfel nicht nur schneiden, sondern man musste auch kräftig Druck ausüben. Nur so wurden die Äpfel braun und konnten beim späteren Keltern ihren Saft abgeben. Die Masse wurde dann in engmaschige Baumwolltücher eingeschlagen und auf einem Holzrost gestapelt. Dann wurde von oben ein Brett mit Kraft aufgedrückt, sodass der frische und aromatische Saft herausquellen und direkt in Eichenholzfässer laufen konnte. Dem Saft wurde dann Hefe zugesetzt, damit der Gärvorgang beginnen konnte.

Heute sind es große Maschinen, die den Apfelwein keltern. Hier kommen die Äpfel erst in ein Becken, in dem sie geschwemmt und gewaschen werden. Von dort aus gelangen sie durch einen sog. Elevator, an dessen Ende sie zerstampft werden, in einen Bottich. Genannt wird die Masse „Maische“, die nicht zu kleinstückig werden darf, da man sonst die Äpfel nicht gut genug ausdrücken kann. Durch ein Rohr gelangt die Maische dann in eine Presse, wo sie ca. 1,5 Stunden ausgepresst wird. Der frischgepresste Apfelsaft fließt dann direkt in Edelstahltanks, wo dann der Gärungsprozess beginnt. Hierbei wird der im Apfel enthaltene Zucker von der Hefe abgebaut, die sich entweder direkt in der Frucht befindet oder hinzugegeben wird. So entsteht Alkohol und Kohlendioxid, durch das die Luft im Tank verdrängt wird. Dieser Vorgang dauert zwischen acht und zehn tage.
Von der Dauer dieses Prozesses ist auch der Geschmack des Apfelweins abhängig, denn wenn er nur kurz auf der Hefe ruht, schmeckt der Wein milder. Aromatischer wird er, je länger er auf der Hefe ruht.

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