Apfelwein selber keltern: Äpfel auswählen und Saft pressen

Beim Keltern werden Äpfel zerkleinert und ausgepresst. Der gewonnene Saft wird erst durch die anschließende Gärung zu Apfelwein. Dieser Leitfaden behandelt die Arbeit vom Obst bis zum Presssaft. Die nächsten Schritte erklärt die Anleitung zur Gärung von Apfelwein.

Apfelwein selber keltern: Äpfel auswählen und Saft pressen [Bildinhalt mit KI erstellt]
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Welche Äpfel eignen sich zum Keltern?

Verwende reife, gesunde und saftige Früchte. Entscheidend sind Zucker, Säure und Aroma der Mischung. Eine Streuobstwiese kann passende Sorten liefern, ist aber keine Voraussetzung. Auch Tafeläpfel sind nicht grundsätzlich ungeeignet. Die frühere Behauptung, Granny Smith sei süß und dürfe nicht verwendet werden, war falsch.

Traditionell werden unterschiedliche Sorten gemischt. Der hessische Keltereiverband nennt beispielsweise Boskoop, Wintergoldparmäne, Kaiser Wilhelm und Bittenfelder. Eine Sortenliste ersetzt aber keine Prüfung der vorhandenen Früchte: Reife und Erntebedingungen beeinflussen den Saft ebenfalls.

Selbst pressen oder eine Kelterei nutzen?

  • Eigene Presse: Du brauchst eine geeignete Obstmühle, eine Obstpresse, passende Presstücher und saubere lebensmittelechte Auffanggefäße. Beachte die Bedienungsanleitungen.
  • Lohnkelterei: Für größere Mengen kannst du einen Presstermin vereinbaren. Kläre vorher Mindestmenge, Obstqualität, Gebinde und ob du den Saft deiner eigenen Äpfel zurückbekommst.
  • Gekaufter Saft: Wenn du vor allem die Gärung ausprobieren möchtest, kannst du das Pressen überspringen und mit geeignetem Apfelsaft beginnen.

Äpfel keltern: die Arbeitsschritte

  1. Sortieren: Entferne Blätter, Zweige und Fremdkörper. Schimmelige oder faulige Früchte werden aussortiert.
  2. Waschen: Reinige die Äpfel mit sauberem Trinkwasser. Säubere vorher auch Mühle, Presse, Tücher und Auffanggefäße.
  3. Zerkleinern: Verarbeite die Früchte in einer dafür vorgesehenen Obstmühle zu pressfähiger Maische. Ganze Äpfel lassen sich in einer üblichen Korbpresse nicht ausreichend entsaften.
  4. Pressen: Fülle die Presse nach Anleitung und erhöhe den Druck langsam. Halte die zulässige Belastung der Presse ein.
  5. Saft auffangen: Verwende saubere lebensmittelechte
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    Gefäße. Miss die gewonnene Menge und halte sie für deinen Ansatz fest.
  6. Weiterverarbeiten: Bereite den Saft zeitnah für die kontrollierte Gärung vor. Ein verschlossener Kanister ist kein geeigneter Gärbehälter.

Wie viel Saft kommt aus den Äpfeln?

Die Ausbeute hängt von Sorte, Reife, Mühle und Presse ab. Das Merkblatt des Bayerischen Landesverbandes nennt als Orientierung für eine Lohnkelterei 25 bis 30 Liter Presssaft aus 50 Kilogramm Äpfeln. Die spätere Weinmenge ist durch Bodensatz und Abstiche geringer. Plane deshalb mit Reserven statt mit einer garantierten Literzahl.

Typische Fehler beim Pressen vermeiden

  • Ungeeignetes Obst lässt sich durch Gärung nicht wieder verbessern.
  • Zu schnelles Pressen kann die Saftgewinnung erschweren; maßgeblich bleibt die Anleitung deiner Presse.
  • Ungewaschene Tücher und alte Saftreste können den nächsten Ansatz verunreinigen.
  • Wasser, Zucker oder Säure gehören nicht pauschal in jeden Presssaft. Beurteile den Saft vor einer gezielten Behandlung.

Vom Saft zum Apfelwein

Für die Gärung brauchst du einen geeigneten Behälter mit funktionierendem Gärverschluss. Dabei entstehendes Kohlendioxid muss entweichen können. Hefeauswahl, Temperatur, Gärkontrolle und Abfüllen findest du gesammelt unter Apfelwein aus Saft selbst herstellen.

Redaktionell überarbeitet am 14.09.2026. Fachgrundlagen: Hessischer Keltereiverband: Apfelweinherstellung; Bayerischer Landesverband: Praktische Tipps zur Herstellung von Apfelwein (PDF). Dies ist ein recherchierter Leitfaden, kein neu durchgeführter Praxistest.

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Ein Kommentar

  1. Es fehlt der Hinweis, dass als Verschluss für den Gärballon ein Gärstopfen mit Wasserbarriere verwendet werden sollte.
    Durch das entstehende CO2 kann sonst der Gärballon platzen.
    Das will ja keiner.

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